Die Pflanze Weihnachtstern in Marokko
 

Hackers
Der Film


Dedicated to Todd J. Krautkremer

   

Notebooks von Apple haben Pentium-Risc(!)-Prozessoren - deshalb sind so unglaublich schnell. Glauben Sie nicht? Dann waren Sie noch nicht in Hackers.

    Die Akteure dieses Films - jugendliche Hacker, wie der Name des Films schon sagt - arbeiten mit den Tragbaren von Apple, wissen alles über Sicherheitsvorkehrungen in den Computernetzen großer Firmen und haben dennoch keine Ahnung von den CPUs. Wie nennen wir das? Richtig: Miserable Recherche. - Und ein Indiz dafür, daß es den Machern des Films nicht um die hundertfach dagewesene, abgedroschene Hacker-Story geht: Eher spaßorientierte Jugendliche hacken sich eher zufällig in einen Firmencomputer. Ein Sicherheitsexperte des Unternehmens versucht nun seine miesen Finanzmanipulationen durch das Legen einer falschen Fährte zu unseren jugendlichen Helden zu verschleiern. Aber durch eine konzertierte Aktion der internationalen Inter-Netcommunity kann der Bösewicht dann doch noch gefaßt werden.

    Schlampige Recherche und Zero-Ahnung von der Materie haben schon Vernetzt-Johnny Mnemonic mit Keanu Reeves und Das Netz mit Sandra Bullock in die Bullshit-Klasse absteigen lassen. Ist es denn wirklich so schwer, sich an einer beliebigen Schule einen beliebigen, Internet-erfahrenen 14jährigen als technischen Berater zu greifen? Anscheinend.

    Wenn dieser Film nichtsdestotrotz 3 1/2 von maximal 4 INTRO-Sternen bekommt, dann nur aufgrund der suggestiven, rauscherzeugenden Bildwelten und dem Charisma seiner Hauptdarsteller: Anglina Jolie als kesse Göre und Johnny Lee Miller als Chef-Hacker Zero Cool verdienen sich ihre Sporen. Miller wäre im übrigen für zukünftige Badman-Folgen ein perfekter Ersatz für den jetzigen Robin-Darsteller. Die Ähnlichkeit ist verblüffend.

    Wie gesagt, es sind die Bildwelten, die diesen Film über den Schnitt herausheben. Aber die kann man nunmal nicht in einer Filmkritik analysieren. Da hilft nur reingehen, hinschauen und WOW-Denken. Wem es um eine gute Computerstory geht, der sei an dieser Stelle auf die Klassiker verwiesen: Wargames und Sneakers - beide genial und beide von den gleichen Story-Schreibern und - nicht zu vergessen - ein kanadischer Fernsehfilm aus den frühen 80ern, dessen Titel mit leider entfallen ist: Dort tötet der Computer Menschen über die Manipulation von Medikamentendateien und terrorisiert seine Opfer am Geldautomaten. Der hackende Schüler hinter seinem Commodore PET erkennt zu spät, daß er die Geister, die er rief, nicht mehr beherrscht. Ganz so wie der Zauberlehrling in Goethes Klassiker...



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    Franz Wegener

   
   
   
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